Neue Entdeckung von goldverzierten Eisenlanzen, die vor 2800 Jahren an einer heiligen Quelle geopfert wurden

Bei einer gezielten Ausgrabung im August 2025 entdeckten Archäologen des Museum Vestsjælland eine Quelle unmittelbar neben und unterhalb der berühmten Goldvorkommen von Boeslunde und förderten zwei eiserne Lanzen mit Goldverzierungen sowie ein weiteres Eisenobjekt zutage. Die AMS-Datierung von Birkenpech an einer Scheide an einer der Lanzenspitzen ergab, dass es sich um Dänemarks bisher ältesten Eisenfund handelt.

Boeslunde im Südwesten Seelands zählt zu den reichsten Fundstätten der dänischen Bronzezeit. Auf engstem Raum wurden in den letzten Jahrzehnten zehn goldene Schwurringe und fast 2.200 goldene Spiralen entdeckt, die bei den diesjährigen Ausgrabungen direkt über und um eine Quelle herum deponiert wurden. Nun kommen zwei eiserne Lanzen mit Goldverzierungen hinzu. Eine AMS-Datierung von Birkenpech (vermutlich Klebstoff/Siegelreste einer Scheide an der Spitze einer Lanze) datiert die Lanzen in die Zeit um 900–830 v. Chr. und macht sie damit zu den ältesten Eisenfunden Dänemarks (Bronzezeit, Periode V). Röntgenaufnahmen der am besten erhaltenen Lanze zeigen mehrere kreisförmige Goldeinlagen entlang der Klinge; die erhaltene Länge beträgt 47 cm, die Gesamtlänge wird auf etwa 60 cm geschätzt.

Südlich und östlich der Quelle befindet sich ein Kochgrubenfeld, das auf wiederholte Aktivitäten wie Kochen und rituelle Aufenthalte an der Quelle in der späten Bronzezeit hindeutet. Zusammen mit den großen Goldvorkommen und den Funden von sechs Goldschalen in Borgbjerg Banke legen die Lanzen nahe, dass Boeslunde in dieser Zeit ein bedeutendes religiöses und wirtschaftliches Zentrum war.

Die vergoldeten Lanzen sind nicht nur im nationalen Kontext bemerkenswert. Eisenwaffen mit ähnlicher Goldverzierung aus dieser Zeit sind ungewöhnlich und in ganz Nordeuropa einzigartig. Der Fund trägt zum Verständnis der Verbreitung früher Eisentechnologien und des luxuriösen Lebensstils der Bronzezeit bei, in der wertvolle Metalle über weite Netzwerke gehandelt wurden. Nachdem sie lange Zeit als Schmuck und Waffen getragen worden waren, wurden die wertvollen Objekte im Rahmen von Ritualen oft zusammen mit Wasser geopfert.

Lone Claudi-Hansen, Museumsdirektorin und Archäologin des Museum Vestsjælland, sagt: „Als wir mit den Ausgrabungen begannen, war das Ziel nicht, mehr Gold zu finden, sondern zu verstehen hvorfor Alle Goldgegenstände befanden sich genau hier. Wir hatten einen vollen Erfolg, als wir die wunderschöne natürliche Quelle fanden, an der das Gold geopfert worden war. Dass wir außerdem – bereits in den ersten Tagen der Ausgrabung – auf zwei völlig einzigartige, goldverzierte Eisenlanzen stießen, war eine riesige Überraschung. Es stellte sich heraus, dass es sich um sehr frühe Eisenfunde handelte, die wir noch nie zuvor gesehen hatten.

Lancefund_Boeslunde

Sachverhalt

  • Die Entdeckung einer neuen Quelle unterhalb der berühmten bronzezeitlichen Ablagerungen, die zehn goldene Schwurringe und rund 2.200 goldene Spiralen, vermutlich von einem goldverzierten Gewand, enthält, ist bemerkenswert. Dass in und an Quellen wertvolle Objekte geopfert wurden, ist aus prähistorischer und historischer Zeit in weiten Teilen Europas bekannt, und der Fund von Boeslunde reiht sich in diese lange Tradition ritueller Wasseropfer ein.
  • Darüber hinaus wurden zwei lange, mit Gold verzierte Eisenlanzen und ein weiteres Eisenobjekt, das älteste bisher in Dänemark gefundene Eisenobjekt, sowie Kochgruben, die auf Aktivitäten an der Quelle hindeuten, neu entdeckt.
  • Datierung: AMS-Analyse von Birkenpech von der Scheide einer Speerspitze: ca. 900–830 v. Chr. (Bronzezeit, Periode V). Weitere Untersuchungen sind geplant.
  • Erhaltungszustand: Röntgenaufnahmen zeigen mehrere Goldeinlagen; Lance X313 ist 47 cm lang (vollständig geschätzt bis zu 60 cm).
  • Hintergrund: Boeslunde enthält unter anderem sechs goldene Schalen und eine Vielzahl von Funden von Schmuck und Waffen aus der Bronzezeit; deutet auf ein religiöses/wirtschaftliches Zentrum in der späten Bronzezeit hin.

Kontakt

  • Lone Claudi-Hansen, Kurator/Archäologe Museum Vestsjælland, Tel. +45 61 61 03 79
  • Niels Wickmann, Leiter des Bereichs Kulturerbe, Museum West Zealand, Tel. +45 41 37 92 57

Fotos: Museum West Zealand_lance beide Seiten.

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