Haus und Garten

Huset

Das Haus am Bakkekammen demonstriert auf beispielhafte Weise die ästhetischen Regeln, die im Bundesverband für bessere Baupraxis galten: Das Gebäude ist in dem vom Verband bevorzugten Material Backstein errichtet, mit Außenwänden aus gelb geflammtem Stein und einem Dach aus rotem Backstein das haus ist sowohl in fassaden als auch im grundriss streng symmetrisch. Das Dach ist steil und halb geneigt, und es gibt keinen Überhang. Andererseits wird das Dach über das kräftige und verputzte Gesims der Fassaden in die scharf geschnittene Form des Hauses integriert. Das Gesims geht um den Giebel herum und bildet dort ein Putzband. Der Streifen teilt den Giebel und gibt den Fenstern die gleiche "Fluchtlinie", damit die Fenster rund um das Haus auf der gleichen Höhe sitzen.

Das Haus ist tief, so dass der Giebel breit wird und der Grundriss sich einem Quadrat annähert, wodurch die Raumaufteilung sehr kompakt wird; Auf einer Grundrissfläche von weniger als 100 Quadratmetern finden nebst Toilette und Garderobe 8 reguläre Zimmer Platz. In jeder der vier Ecken befinden sich vier identische Räume von jeweils knapp über 8 Quadratmetern, aber mit sehr unterschiedlichen Funktionen: Küche, Salon, Bad und Treppenhaus. Der Salon, in dem Marius Pedersen arbeitete, wurde aufs Äußerste optimiert, alles, was für die tägliche Arbeit benötigt wurde, war in unmittelbarer Nähe, aber die grundlegende Symmetrie des Hauses hat möglicherweise immer noch die Funktion gewonnen. Das Wohnzimmer ist so klein, dass Marius Pedersen den Tisch im Wohnzimmer benutzen musste, wenn es beschäftigt war; Im Vergleich dazu wirkt das Badezimmer sehr groß und geräumig.

Grundriss und Ausstattung des Hauses spiegeln wider, dass die Bewohner des Hauses stets mit unterschiedlichen Aufgaben und Pflichten beschäftigt waren und es keine scharfe Trennung zwischen Privat- und Berufsleben gab. Es gibt keine „weichen“ Möbel, die zum Verweilen einladen. Der Salon wurde oft als Besprechungsraum genutzt, wenn Marius Pedersen Baubesprechungen abhielt, und da der Salon direkt mit dem Salon verbunden ist, musste jeder, der im Salon etwas zu erledigen hatte, durch den Salon gehen.

Sowohl äußerlich als auch innerlich zeichnet sich das Haus durch gute Proportionen, solide Materialien und gute Handwerkskunst mit Liebe zum Detail, aber ohne überflüssigen Schmuck aus. Marius Pedersen hat einige Möbel des Hauses selbst entworfen, z. ein Tabaktisch, ein Nähtisch und der Esstisch. Besonders in der Diele des Hauses mit den vielen Türen aus dunkelgoldenem Holz ist der Stil der Zeit spürbar, aber auch eine „dänische“ Verwandtschaft mit der etwas älteren englischen Arts & Crafts-Bewegung ist im Raum zu spüren.

haven

Der Vorgarten des Hauses, der von niedrigen, geraden und dicht geschnittenen Hecken begrenzt war, war spärlich bewachsen. Nur zwei eng geschnittene „quadratische“ Büsche wurden symmetrisch um den Hauseingang herum platziert. Vor allem zeigte der Garten den Fleiß und den Ordnungssinn der Bewohner mit nackter Erde, die wöchentlich in gerade Bahnen geharkt wurde. Der Hinterhof wurde zweigeteilt. Auch in dem Teil des Hinterhofs, der neben dem Haus lag, war die Bepflanzung spärlich und symmetrisch. Hier wurden drei geschwungene Rosenreihen platziert, um die durch Haus und Garten verlaufende Symmetrieachse zu vervollständigen. Dieser Teil des Hintergartens wurde durch eine niedrige Bogenhecke abgeschlossen, die ihn vom hinteren Teil des Gartens trennte, der mit Obstbäumen bewachsen war. Auch im Hinterhof war überall in geraden Bahnen aufgerissene Erde. Das Haus hat keinen direkten Ausgang zum Garten und es gab keine Aufenthaltsmöglichkeit im Garten - man musste auch im Garten arbeiten.

Nach dem Tod von Marius Pedersen im Jahr 1965 veränderte Emma Pedersen den Hinterhof. Emma Pedersen, die Wert darauf legte, sich mit Lebensmitteln selbst zu versorgen, verkaufte ihren Gemüsegarten, der sich an einer nahe gelegenen Straße befand, und legte stattdessen einen Gemüsegarten im Hinterhof an. Die Symmetrie wurde aufgeweicht, Gras gepflanzt und mehr Beete angelegt. Der üppigere Hinterhof, den wir heute bei Bakkekammen 45 sehen können, ist so, wie Emma Pedersen ihn angelegt hat.

Die Funktion und Gestaltung der Gärten hatte keine hohe Priorität in der Arbeit der National Association of Better Building Practices. Doch um der zeitgenössischen Kritik auf diesem Gebiet zu begegnen, versuchte man mit dem Gartenarchitekten C. Th. Sørensens Hilfe, Gartenpläne für die in Veröffentlichungen und Ausstellungen präsentierten Gebäudetypen aufzunehmen, aber die Tendenz war immer noch, dass das Interesse an den Gärten vom Hausbau selbst überschattet wurde. Der Verein hatte jedoch großes Interesse an der ästhetischen Bedeutung des Gartens: „Ein geschmackloser Garten mit stark und sinnlos aufgeteilten Rasenflächen, Teppichbeeten und Steingarten kann auf einem guten Haus unglaublich simpel erscheinen.“ als C.Th. Sørensen stellte im Jahresbericht 1923 von Landsforeningen Bedre Byggeskiks fest. Hier wird auch erwähnt, dass es für den kleineren Garten – den Vorstadtgarten, den Gehöftgarten und den ländlichen Garten insgesamt – keine wirkliche Tradition, kein besonders wertvolles Fundament aus der Vergangenheit zu bauen gab An. Es gab also keine Gewohnheit zu pflegen oder zu verbessern

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