Im Mittelalter war Ringsted eines der wichtigsten Machtzentren Dänemarks. Mitten in Seeland versammelten sich die mächtigsten Männer des Königreichs im Thing, dem Sitz des höchsten Gerichts. Im Thing wurden Könige gewählt und geehrt, und Strafprozesse wurden entschieden. Das Thing machte Ringsted zum juristischen Zentrum Seelands.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Thing zum Landsting von Neuseeland, das als Gericht fungierte, zunächst außerhalb und später innerhalb der St.-Bendts-Kirche. 1805 wurde der Bezirksrat nach Kopenhagen verlegt, wo er zum heutigen Ostlichen Obergericht wurde.
Bevor die St. Bendts Kirke erbaut wurde, stand an derselben Stelle eine Steinkirche, die der Jungfrau Maria geweiht war. Die St.-Marien-Kirche war eine der ersten vier Steinkirchen auf Seeland. Zuvor waren Kirchen aus Holz errichtet worden. Ringsted hatte daher nicht nur rechtliche, sondern auch religiöse Bedeutung.
In den 1160er Jahren beschloss Valdemar der Große, dass auf der alten Mariakirke eine neue, imposantere Kirche errichtet werden sollte. Der Bau der Sct. Bendts Kirke begann zu einer Zeit, als die königliche Macht nach jahrelangem Bürgerkrieg gerade wiedervereint worden war.
1157 wurde Waldemar nach einem langen Bürgerkrieg, in dem er seine Rivalen Knut und Sven endgültig besiegte, alleiniger König von Dänemark. Der neue König musste allen beweisen, dass seine Familie stark und des Throns würdig war. Waldemar brauchte einen ganz besonderen Grund, warum seine Familie unantastbar war. Dazu bedurfte es nicht nur militärischer Siege, sondern auch einer überzeugenden Geschichte über das Thronrecht seiner Familie. 1169 erreichte er die Heiligsprechung seines Vaters – Knut Lavard – durch den Papst in Rom. Dies war ein ganz besonderes Ereignis. Vor Knut Lavard gab es in Dänemark nur einen offiziellen Heiligen: Knut den Heiligen.
Nachdem Valdemar seine Abstammung mit einem offiziellen Heiligen verknüpft und damit die Königswürde und den Platz des Landes in der christlichen Welt legitimiert hatte, fehlte es ihm an nichts. Er ließ die einzigartige St.-Bendt-Kirche errichten, die der Nachwelt als großartiges Denkmal seiner Machtposition erhalten bleiben sollte.
An einem Sommertag des Jahres 1170 unternahm König Waldemar der Große den letzten Schritt zur endgültigen Festigung seiner Macht. Er versammelte das Volk zu einem Ereignis, das die Geschichte Dänemarks verändern sollte. Beim Kirchenfest in der Sct. Bendts Kirke ließ Waldemar seinen einzigen siebenjährigen Sohn zum Mitkönig krönen und führte damit die Erbmonarchie in Dänemark ein. Die Krönung vollzog Erzbischof Eskil von Lund persönlich – einer der mächtigsten Männer jener Zeit.
Waldemar der Große hatte nun allen bewiesen, dass er der Richtige für den Thron war. Seine Familie regierte das Land 84 Jahre lang. Diese Zeit nennen wir heute die Waldemar-Ära. In jenen Jahren war Dänemark eine der mächtigsten Nationen Europas.
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