Anni Jensen (1922–2000) wuchs in Ringsted auf und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für das Zeichnen und Malen. Mit 17 Jahren ging sie nach Kopenhagen, um unter anderem bei Emil Rahnow und Tage Norrild zu studieren. 1956 kehrte sie mit ihren beiden Kindern nach Ringsted zurück, wo sie zwanzig Jahre lang an der Valdemar-Schule Kunst unterrichtete und Generationen von Schülern den Mut gab, eigene Kunstwerke zu schaffen.
Nach ihrer Tätigkeit als Kunstlehrerin an der Valdemar-Schule widmete sie sich täglich der Kunst: In der kleinen Wohnung am Jørgen Roedsvej, wo Anni Jensen mit ihren beiden Kindern lebte, entstanden kleine und große Zeichnungen, Aquarelle, Collagen und Gemälde, und jede Wand war mit Kunstwerken bedeckt, die sie selbst geschaffen hatte.
Die beliebte Kunstlehrerin war auch für ihren einzigartigen Stil bekannt – sowohl in der Kunst als auch im Leben. Sie entwarf ihre farbenfrohe Kleidung selbst, und ehemalige Kollegen erinnern sich noch heute an einen ihrer Röcke mit Kartoffelmuster. Sie liebte Musik, spielte Klavier, ging mit ihren Kindern ins Theater und fand Inspiration in Ballett, Literatur und Tanz für ihre eigenen Kunstwerke.
Durch ihre Lehrtätigkeit und die zahlreichen Ausstellungen in Ringsted und Umgebung wurde Anni zu einer bekannten Persönlichkeit in der Region. Kurz vor ihrem Tod im Alter von 78 Jahren vermachte sie gemeinsam mit ihrer Familie einen Großteil ihres Lebenswerks der Stadt Ringsted: über 5.500 Werke aus sieben Jahrzehnten. Die Familie hatte nur zwei Wünsche: Die Sammlung sollte zusammenbleiben und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zugänglich gemacht werden.
25 Jahre später können Sie nun in Annis Welt eintauchen. Ein Ort, an dem der Alltag zu Poesie wird und Papier sich in Farben, Licht und Fantasie entfaltet. Mit der Ausstellung von Anni Jensens Werken erhält eine lokale Künstlerin den Platz, den sie verdient.
Willkommen in einem bezaubernden Universum aus Papier.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Stadtarchiv Ringsted und der Bibliothek Ringsted mit Unterstützung des Museums und Archivs Ringsted. Kuratorin der Ausstellung ist die Ausstellungskoordinatorin Shantal Göres.
Die Ausstellung kann besichtigt werden Ringsted Museum während der Öffnungszeiten bis zum 30. August 2026